Nachhaltige Rohstoffe im Fokus: Ministerin Miriam Staudte informiert sich über die Forschung an Binsen am IfBB der Hochschule Hannover auf der Ideenexpo 26
von Dr. Lisa Mundzeck
(Hannover, 24.06.2026) Wie können Land- und Forstwirtschaft zukünftig wiedervernässte Moorflächen ökologisch und ökonomisch sinnvoll nutzen und welche Rolle spielen dabei Binsen? Zu dieser Forschungsfrage des Projekts I-RoBi am IfBB der Hochschule Hannover (HsH) informierte sich Niedersachsens Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Miriam Staudte, am Dienstag auf der Ideenexpo am Stand des ML.
Andrea Siebert-Raths, Leiterin des IfBB – Institut für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe an der HsH, zeigte der Ministerin das Forschungsprojekt „I-RoBi - Industrie-Rohstoff Binse von Moorstandorten“, das auf Einladung des ML an dessen Stand präsentiert wird: Binsen, die sich bevorzugt auf feuchten, sauren und stickstoffarmen Böden und damit auch auf wiedervernässten Moorflächen ausbreiten, bieten großes Potenzial für die Land- und Forstwirtschaft in Niedersachsen – und zwar sowohl ökologisch als auch ökonomisch. Erforscht werden die optimale Gewinnung von Binsen auf moorigen Dauergrünlandflächen, Aufbereitungs- und Weiterverarbeitungsmethoden, bis hin zur Überführung der aufbereiteten Binsen in Faserform in verschiedene Anwendungsszenarien, wie z. B. als Dämmstoff und/oder Füllstoff in Kunststoffen.
Das Projekt wird gefördert von der Europäischen Union und dem Land Niedersachsen im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft „Produktivität und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft“ (EIP Agri).
Das IfBB, zugehörig zur Fakultät II der Hochschule Hannover, beschäftigt sich seit 2011 mit der Entwicklung und dem Einsatz nachhaltiger Werkstoffe, Materialien, Prozesse und Produkte. Am Standort Ahlem forscht das IfBB-Team unter der Leitung von Andrea Siebert-Raths in enger Kooperation mit der Industrie an der Entwicklung, der Verarbeitung und der Entsorgung biobasierter Kunststoffe und Verbundwerkstoffe. Dabei steht insbesondere im Fokus, wie wir zu einer nachhaltigeren Kreislaufwirtschaft gelangen können, in der wir Materialien als wertvolle Werkstoffe betrachten und Recycling und Ökobilanzierungen zentrale Elemente sind. Auch der Einsatz von Reststoffen wird intensiv erforscht: Welche landwirtschaftlichen oder industriellen und bislang ungenutzten Reststoffe können ökologisch und ökonomisch sinnvoll für neue Werkstoffe eingesetzt werden, um Ressourcen zu sparen und den CO2-Fußabdruck zu verringern?