Aus dem Moor ins Kunststofftechnikum: Niedersachsens Ministerin Miriam Staudte besucht IfBB an der HsH auf ihrer Sommerreise

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(Hannover, 16.07.2026) Wie können wir die Binse als regional verfügbare Ressource nicht nur landwirtschaftlich nachhaltig, sondern auch werkstofflich nutzen? Während ihrer Sommerreise durch Niedersachsen besuchte die niedersächsische Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Miriam Staudte die Versuchsflächen des Forschungsprojekts "I-RoBi - Industrie-Rohstoff Binse von Moorstandorten" im Emsland und ließ sich die Verarbeitung am IfBB an der Hochschule Hannover zeigen.

Quelle: David Carreno Hansen

Auf der Versuchsfläche in Esterwegen im Landkreis Emsland werden die Binsen geerntet und anschließend zerfasert, um dann bspw. als nachhaltiger Dämmstoff eingesetzt zu werden. Als alternativer Einsatz werden die zerfaserten Binsen als Füllstoff für die Kunststoffindustrie erforscht. Die Verarbeitung für den Einsatz in Kunststoffcompounds zeigten die Projektpartner am Folgetag im Kunststofftechnikum des IfBB an der Hochschule Hannover.

 

Quelle: David Carreno Hansen

Interessant ist der Anbau und Einsatz von Binsen als nachhaltiger Rohstoff vor allem angesichts der Wiedervernässung von Mooren in Niedersachsen im Rahmen des Klimaschutzes. Im Vordergrund der Wiedervernässung steht für die Land- und Forstwirtschaft die Frage, welche Pflanzen sich für eine klimaschonende und gewinnbringende Nutzung der wiedervernässten Moore eignen. Und hier bieten Binsen großes Potenzial - sowohl ökonomisch als auch ökologisch - , weil sie sich bevorzugt auf feuchten, sauren und stickstoffarmen Böden und damit auch auf wiedervernässten Moorflächen ausbreiten. Erforscht werden im Projekt I-RoBi die optimale Gewinnung von Binsen auf moorigen Dauergrünlandflächen, Aufbereitungs- und Weiterverarbeitungsmethoden und die Überführung der aufbereiteten Binsen in Faserform in verschiedene Anwendungsszenarien.
Das Projekt wird gefördert von der Europäischen Union und dem Land Niedersachsen im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft „Produktivität und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft“ (EIP Agri).

Kontakt:

Für weitere Fragen steht Ihnen Dr. Lisa Mundzeck am IfBB – Institut für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe an der Hochschule Hannover unter Telefon 0511 9296-8448 oder per E-Mail an lisa.mundzeck@hs-hannover.de gerne zur Verfügung.