Wie sind die Auswirkungen des Anbaus von nachwachsenden Rohstoffen zur Kunststoffgewinnung auf die Landwirtschaft?

Generell ist in der Landwirtschaft eine immer intensivere Nutzung der Ackerflächen zu beobachten. Der Einsatz von Bodendüngern, Pestiziden, Gentechnik sowie ein hoher Wasserverbrauch zum Anbau nachwachsender Rohstoffe stehen in der Kritik. Ziel für die Zukunft ist es, sicherzustellen, dass die Rohstoffe für biobasierte Kunststoffe aus nachhaltiger, an ökologischen Kriterien orientierter landwirtschaftlicher Produktion stammen, insbesondere die Regionalität spielt eine immer wichtiger werdende Rolle.

Jedoch muss hierbei auch beachtet werden, dass schon seit der Industrialisierung zur Ertragsmaximierung grundsätzlich beim Anbau von nachwachsenden Rohstoffen für alle Nutzungsbereiche, wie verzehrte und nicht verzehrte Nahrungsmittel, Futter, Energieträger, Textilien u. v. m. eine kontinuierliche Intensivierung der Landwirtschaft stattgefunden hat. Der Anbau von nachwachsenden Rohstoffen weicht damit nicht vom generellen landwirtschaftlichen Handeln ab.

Die Forschung arbeitet außerdem mit Hochdruck daran, weitere Rohstoffe, bspw. Reststoffe, für die Biokunststoffproduktion zu erschließen sowie die benötigten Rohstoffe durch Steigerung des Recyclinganteils nachhaltig zu reduzieren. Als Reststoffe aus Landwirtschaft und Industrie kommen bspw. Stroh, Grünschnitt, Ernterückstände von Kartoffeln, Zuckerrüben, Spargel, Hanf- oder Flachsstaub, Obstkerne, Gemüse- und Nussschalen, Kaffeesatz, Miskanthus, Dinkelspelzen, Eierschalen, Algen, Heu, Papieretiketten, Klärschlamm, aber auch Pflanzen, die im Rahmen von Klimaschutzmaßnahmen vermehrt anfallen, wie bspw. die Binse in den zu wiedervernässenden Mooren.

Forschungsprojekte des IfBB zu Reststoffen